Im Rahmen der Immigrant German Election Study (IMGES) wurden erstmals deutschlandweit ausschließlich Personen mit einem türkischen Migrationshintergrund oder einer Herkunft aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu politischen Einstellungen und Verhaltensweisen befragt. Eines der Hauptziele der Studie bestand in der Untersuchung der Frage, ob das Wahlverhalten deutscher Bürger mit Migrationshintergrund durch etablierte Theorien der Wahlforschung erklärt werden kann oder ob dieses eher von migrationsspezifischen Eigenschaften abhängig ist. Die Befragung erfolgte im Anschluss an die Bundestagswahl 2017 und wurde simultan zur Nachwahlbefragung der German Longitudinal Election Study (GLES) durchgeführt. Das Projekt wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zwischen Oktober 2016 und März 2020 finanziert. Dieser Methodenbericht enthält alle Angaben zur Durchführung der Befragung sowie eine Anleitung zur Verwendung des Datensatzes.
Persönliches Interview (CAPI) auf Deutsch, ggf. bei schlechten Sprachkenntnissen (Einschätzung durch Interviewer): Angebot zur Teilnahme auf Türkisch oder Russisch am Laptop (CASI), Ziellänge 60 Minuten
Deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund in der ersten und zweiten Generation aus den Herkunftsländern Türkei und ehemalige Sowjetunion (und Nachfolgestaaten)
– Einwohnermeldeamtsstichprobe:
Zufällige Auswahl von 150 gleichgroßen Sample Points in 140 Gemeinden; in diesen Gemeinden zufällige Auswahl von Personen, die vor dem 18.09.2001 geboren wurden.
Ergebnis: 136 Gemeinden haben Adressen übermittelt.
– Onomastische Vorqualifizierung:
Mithilfe onomastischer Verfahren Identifikation von Personen, die auf Basis des vom Einwohnermeldeamt übermittelten Vor- und Nachnamens mit hoher Sicherheit einen türkischen Hintergrund oder einen Hintergrund aus der ehemaligen Sowjetunion (bzw. einem Nachfolgestaat) haben. Ergebnis: 14.607 Personen haben vermutlich einen Hintergrund aus der Türkei oder einen Hintergrund aus der Sowjetunion (bzw. einem Nachfolgestaat).
– Bruttoeinsatzstichprobe:
Personen, die laut Onomastik vermutlich einen türkischen Hintergrund oder einen Hintergrund aus der Sowjetunion (bzw. einem Nachfolgestaat) haben und deren Staatsangehörigkeit entweder deutsch ist, die eine doppelte Staatsangehörigkeit haben (deutsch und eine weitere) oder zu deren Staatsangehörigkeit es beim Einwohnermeldeamt keine Auskunft gab.
Ergebnis: Einsatz von 8.071 Personen (TU: 4.690, SU: 3.381).
– Feststellen der Zugehörigkeit zur Zielgruppe (Screening):
Im Rahmen der Kontaktierung sollten die Interviewer klären, ob die Personen Teil der Zielgruppe sind und nur dann ein Interview durchführen, wenn das der Fall ist.
Ergebnis: 3.819 Personen haben bestätigt, dass sie Teil der Zielgruppe sind, 451 Personen haben angegeben, dass sie nicht Teil der Zielgruppe sind und für den Rest der Zielpersonen ist die Zielgruppenzugehörigkeit unklar.